Amazon versorgt Rechenzentren mit bakteriell gewonnenem Kupfer

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Amazon Web Services (AWS) arbeitet mit Nuton Technologies zusammen, um Kupfer für seine Rechenzentren aus einer einzigartigen Mine in Arizona zu beziehen. Dieses Kupfer wird nicht mit herkömmlichen Methoden gewonnen, sondern durch Bioleaching : ein Prozess, bei dem natürlich vorkommende Mikroorganismen genutzt werden, um Kupfer aus minderwertigen Erzen aufzulösen.

Warum das wichtig ist: Der KI-Boom und die Kupfernachfrage

Der Anstieg der künstlichen Intelligenz (KI) führt zu einer beispiellosen Nachfrage nach Kupfer. Dies liegt daran, dass Kupfer für die Herstellung von Halbleitern und den Bau der riesigen Rechenzentren, die die KI antreiben, von entscheidender Bedeutung ist. Der traditionelle Bergbau hat oft Schwierigkeiten, mit dieser Nachfrage Schritt zu halten, insbesondere bei minderwertigen Erzen, deren Verarbeitung zu kostspielig ist. Bioleaching bietet eine Lösung, indem es zuvor unrentable Bergbaustandorte wieder produktiv macht.

Wie Bioleaching funktioniert

Das Verfahren von Nuton Technologies nutzt Bakterien, um Gestein abzubauen und Kupfer zu gewinnen, wobei weniger Wasser verbraucht wird und weniger Kohlenstoffemissionen entstehen als bei herkömmlichen Methoden. Dies bedeutet, dass mehr Kupfer schneller gefördert werden kann und möglicherweise geschlossene Minen wiederbelebt werden, anstatt neue, umweltschädliche Betriebe zu eröffnen. Im Dezember 2023 produzierte Nuton seine erste Kupferkathode mittels Biolaugung in der Johnson Camp Mine, dem gleichen Standort, an dem Amazon das Metall beziehen wird.

Amazons Rolle bei der Skalierung der Technologie

Amazon kauft nicht nur das Kupfer. AWS wird „cloudbasierte Daten- und Analyseunterstützung“ bereitstellen, um den Mining-Prozess von Nuton zu optimieren. Dies deutet darauf hin, dass Amazon die Biolaugung als potenziell skalierbare Lösung zur Sicherung seiner Lieferkette und nicht als einmaligen Deal ansieht.

Die Partnerschaft zeigt, dass Amazon bereit ist, in innovative, wenn auch unkonventionelle Methoden zu investieren, um seinen wachsenden Materialbedarf zu decken. Da die KI weiter wächst, können wir damit rechnen, dass immer mehr Technologieunternehmen ähnliche Strategien entwickeln, um eine stabile Versorgung mit kritischen Ressourcen sicherzustellen.

Dieser Schritt verdeutlicht, wie Technologiegiganten zunehmend an der Rohstoffgewinnung beteiligt sind und die Zukunft des Bergbaus und der Lieferketten direkt prägen.