Schlaflosigkeit steht im Zusammenhang mit Hunderttausenden Demenzfällen in den USA

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Chronischer Schlafmangel kann laut einer neuen Studie jedes Jahr zu fast einer halben Million Demenzfällen in den Vereinigten Staaten führen. Eine Studie, die vorhandene Daten erneut analysiert, legt nahe, dass etwa 12,5 % der Demenzfälle bei älteren Erwachsenen direkt mit Schlaflosigkeit zusammenhängen könnten, was einen erheblichen und vermeidbaren Risikofaktor für kognitiven Verfall unterstreicht.

Das Ausmaß des Problems

Forscher mehrerer US-Einrichtungen untersuchten Daten von über 5.800 Menschen im Alter von 65 Jahren und älter und kombinierten selbstberichtete Schlafprobleme mit klinischen Beurteilungen von Demenz. Ihre Berechnungen zeigen, dass allein im Jahr 2022 schätzungsweise 449.069 Demenzfälle vermieden werden könnten, wenn die Schlaflosigkeit beseitigt wäre. Diese Zahl – die fast der Bevölkerung einer großen amerikanischen Stadt entspricht – unterstreicht die potenzielle Belastung der öffentlichen Gesundheit durch unbehandelte Schlafstörungen.

Die Methodik der Studie basiert auf dem Konzept der „bevölkerungsattributablen Fraktion“ (PAF), die den Anteil der Krankheitslast schätzt, der durch die Beseitigung eines bestimmten Risikofaktors verhindert werden könnte. Das Team kombinierte bestehende Prävalenzraten von Schlaflosigkeit mit zuvor ermittelten Daten, die ein um 51 % erhöhtes Risiko für Alzheimer-Demenz bei Menschen zeigten, die nicht gut schlafen.

Warum das wichtig ist

Diese Forschung ist bemerkenswert, weil sie die Auswirkungen von Schlaflosigkeit auf eine Weise quantifiziert, wie es frühere Studien nicht getan haben. Während der Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und Demenz schon seit einiger Zeit vermutet wird, liefert diese Analyse eine konkrete Zahl, die als Grundlage für Strategien im Bereich der öffentlichen Gesundheit dienen könnte.

Schlafprobleme gelten als veränderbare Risikofaktoren, was bedeutet, dass sie durch Änderungen des Lebensstils oder medizinische Eingriffe behoben werden können. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass die Priorisierung der Schlafgesundheit in der Altenpflege erhebliche Vorteile bringen könnte.

Die komplexe Beziehung

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Zusammenhang zwischen Schlaflosigkeit und Demenz wahrscheinlich zweiseitig ist. Während schlechter Schlaf das Demenzrisiko erhöhen kann, können mit Demenz verbundene frühe Gehirnveränderungen auch Schlafmuster stören. Die Bestimmung, was zuerst kommt, bleibt für Forscher eine Herausforderung.

Die PAF-Berechnung der Studie geht von einem kausalen Zusammenhang aus (Schlaflosigkeit trägt zur Demenz bei), mathematische Modelle beweisen jedoch keinen Kausalzusammenhang. Die Forschung bietet jedoch immer noch eine wertvolle Perspektive auf die potenziellen Vorteile der Behandlung von Schlafproblemen.

Wichtige Erkenntnisse und nächste Schritte

Die Untersuchung ergab auch, dass die Auswirkungen von Schlaflosigkeit auf Demenz bei Frauen etwas ausgeprägter waren und die meisten vermeidbaren Fälle bei Frauen im Alter von 85 Jahren und älter auftraten. Die Autoren betonen die Notwendigkeit gezielter Interventionen zur Verbesserung der Schlafgesundheit bei älteren Erwachsenen, insbesondere angesichts der veränderbaren Natur der Schlaflosigkeit.

Zukünftig könnte die Integration der Schlafgesundheit in die routinemäßige Altenpflege und Demenzpräventionsstrategien eine entscheidende Rolle bei der Verringerung der Gesamtbelastung durch diese verheerende Krankheit spielen. Weitere Forschung ist erforderlich, um das Zusammenspiel zwischen Schlaf, Alterung und kognitivem Verfall vollständig zu verstehen.