Forscher nutzen die CRISPR-Genbearbeitung, um Grapefruitsorten zu schaffen, denen die intensive Bitterkeit fehlt, die viele Verbraucher nicht mögen. Durch die Deaktivierung eines einzelnen Gens haben Wissenschaftler die Produktion wichtiger Verbindungen – Naringin, Neohesperidin und Poncirin –, die für den charakteristischen scharfen Geschmack der Frucht verantwortlich sind, effektiv unterbunden. Während Geschmackstests an den bearbeiteten Früchten noch ausstehen (Grapefruitbäume brauchen Jahre, bis sie Früchte tragen), bestätigt eine vorläufige Analyse der Blätter, dass diese Bitterstoffe nicht vorhanden sind.
Die möglichen Auswirkungen auf den Zitrusanbau
Dabei geht es nicht nur um Verbraucherpräferenzen. Die Entwicklung schmackhafter, kälteresistenter Zitrussorten könnte die gesamte Branche umgestalten. Citrus Greening, eine verheerende bakterielle Krankheit, die durch Insekten übertragen wird, beschränkt den Zitrusanbau derzeit auf subtropische Klimazonen. Es gibt kälteresistente, aber extrem bittere Zitrusarten, die jedoch ungenießbar sind.
Die CRISPR-Bearbeitung bietet eine Lösung: Erstellen Sie winterharte Zitrusfrüchte, die auch gut schmecken. Dies würde eine Ausweitung des Anbaus in gemäßigte Regionen wie Nordeuropa ermöglichen und möglicherweise eine Verlagerung weg von gefährdeten subtropischen Zonen wie Florida.
Regulatorische Hürden und Zukunftspläne
Die aktuell bearbeiteten Bäume enthalten ein „Markergen“, das zur Identifizierung erfolgreich bearbeiteter Pflanzen verwendet wird. Dadurch werden sie in vielen Ländern als transgen eingestuft, was den Zulassungsprozess für den kommerziellen Verkauf erschwert. Das Forschungsteam plant, die Bearbeitung ohne das Markergen zu wiederholen, obwohl der Prozess als „mühsam“ beschrieben wird.
Über die Grapefruit hinaus beabsichtigt das Team, die gleiche Technik auch auf die dreiblättrige Orange anzuwenden – eine notorisch bittere, winterharte Frucht. Das Ziel besteht darin, diese bearbeitete Sorte mit beliebten Orangensorten zu kreuzen, um kältetolerante, kernlose und schmackhafte Zitrusfrüchte zu erzeugen.
Jenseits der Bitterkeit: Arzneimittelwechselwirkungen
Es ist wichtig zu beachten, dass die Bitterkeit nicht das einzige Problem bei Grapefruit ist. Die Frucht interagiert mit bestimmten Medikamenten, insbesondere Statinen, indem sie Leberenzyme hemmt, die diese abbauen. Das Entfernen der Bitterkeit allein wird dieses Problem nicht lösen; Um Wechselwirkungen mit Medikamenten zu beseitigen, müssten mehrere Gene bearbeitet werden.
Diese Forschung unterstreicht das Potenzial der Genbearbeitung, sowohl Verbraucherpräferenzen als auch landwirtschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden. Allerdings bleiben regulatorische Hürden und die Komplexität der Arzneimittelwechselwirkungen weiterhin erhebliche Hürden.
Diese Entwicklung könnte radikal verändern, welche Früchte den Verbrauchern zur Verfügung stehen und wo sie angebaut werden, doch die vollen Auswirkungen bleiben noch Jahre auf sich warten.
























