Die NASA steht vor einer komplexen logistischen Herausforderung, da sich ihre hochkarätige Artemis-2-Mission zum Mond mit dem Start der Crew-12 von SpaceX zur Internationalen Raumstation (ISS) überschneidet. Die Situation wird durch ungewöhnlich kalte Wetterbedingungen entlang der Weltraumküste Floridas noch komplizierter, was die Missionsplaner zu einem heiklen Koordinationsaufwand zwingt. Dies ist nicht nur eine zeitliche Unannehmlichkeit; Es unterstreicht die zunehmende Häufigkeit bemannter Raumflüge, eine direkte Folge der erneuten Fokussierung der NASA und der wachsenden Rolle von kommerziellen Partnern wie SpaceX.
Artemis 2 und Crew-12: Eine gemeinsame Zeitleiste
Das Kernproblem besteht darin, dass beide Missionen auf Starts innerhalb eines engen Zeitrahmens abzielen. Crew-12 soll die Astronauten von Crew-11 ersetzen, die aufgrund eines medizinischen Problems vorzeitig zurückgekehrt sind. Der Start ist derzeit frühestens für den 11. Februar geplant, mit einem genauen Startfenster um 6:00 Uhr EST. Unterdessen läuft vom 31. Januar bis 2. Februar die kritische Nass-Generalprobe für Artemis 2 – ein vollständiger Test der SLS-Rakete vor dem Start. Das Ergebnis dieses Tests wird sich direkt auf die Startreihenfolge auswirken. Steve Stich, Manager des Commercial Crew Program der NASA, erklärte, dass der Start von Crew-12 auf den 19. Februar verschoben würde, wenn Artemis 2 reibungslos verläuft.
Logistische Hürden und gemeinsame Nutzung von Ressourcen
Die Überschneidung führt zu mehreren logistischen Engpässen. Beide Missionen sind auf gemeinsame Ressourcen angewiesen, darunter Bergungsressourcen (Militärschiffe, die für Notfallabbruchsszenarien positioniert sind) und sogar Einrichtungen zur Vorbereitung der Besatzung. Die NASA nutzt normalerweise einen speziellen Raum zum Anziehen, aber Crew-12 hat die Möglichkeit, die Einrichtung von SpaceX auf Pad 39A zu nutzen, um Konflikte zu vermeiden. Diese gemeinsame Nutzung von Ressourcen unterstreicht die Notwendigkeit einer effizienten Koordination, wenn mehrere Missionen mit hohem Risiko in unmittelbarer Nähe stattfinden.
Notfallszenarien und Windows starten
Die Situation ist fließend und hat mehrere mögliche Folgen. Wenn Artemis 2 während der Generalprobe auf Probleme stößt und sich über den 8. Februar hinaus verzögert, könnte Crew-12 bereits am 11. oder 12. Februar einen Startversuch unternehmen. Wenn umgekehrt SLS einwandfrei funktioniert und planmäßig startet, wird Crew-12 auf den 13. Februar oder später verschoben. Die einzige Möglichkeit für Crew-12, das früheste Startfenster einzuhalten, besteht darin, dass Artemis 2 bei der Generalprobe scheitert.
Crew-12: Missionsdetails
Crew-12 wird an Bord einer Falcon-9-Rakete starten und die NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, die ESA-Astronautin Sophie Adenot und den Roscosmos-Kosmonauten Andrey Fedyaev zur ISS schicken. Sie werden für einen längeren achtmonatigen Aufenthalt an der Freedom-Kapsel teilnehmen und dort fortlaufend Wartungsarbeiten an der Station und Mikrogravitationsforschung durchführen. Diese Mission wird sich auf Studien konzentrieren, die die physiologischen Auswirkungen des Menschen im Weltraum untersuchen, einschließlich Muskelkraft, Gehirnbildgebung und sogar Mondlandungssimulationen, die zu zukünftigen Artemis-Missionen beitragen werden.
Anpassung an die Raumfahrt
Die Besatzungsmitglieder haben eine strenge Ausbildung durchlaufen, doch die Realität einer Langzeit-Raumfahrt ist einzigartig. Kommandantin Jessica Meir betonte, dass Astronauten zwar technische Fähigkeiten beherrschen, die Anpassung an die Mikrogravitation jedoch eine andere Art der Vorbereitung erfordert. „Sie beherrschen all diese anderen technischen Dinge, aber es sind die grundlegenden neugeborenen Fähigkeiten, die Sie nicht unbedingt haben“, sagte Meir. Sie fügte hinzu, dass die schwierigsten Anpassungen grundlegende Funktionen wie Essen, Trinken und die Benutzung der Toilette in der Schwerelosigkeit betreffen.
Die Konvergenz von Artemis 2 und Crew-12 unterstreicht den aggressiven Vorstoß der NASA, die bemannte Raumfahrt auszuweiten. Effiziente Koordination und Flexibilität werden der Schlüssel sein, um sicherzustellen, dass beide Missionen sicher und effektiv verlaufen.
