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Unerschlossene karibische Tiefen enthüllen verborgene Ökosysteme und geologische Wunder

Unerschlossene karibische Tiefen enthüllen verborgene Ökosysteme und geologische Wunder

Jahrzehntelang blieb die Unterwasserwelt rund um die britischen Karibikgebiete weitgehend unerforscht und jenseits der flachen Küstengewässer voller Geheimnisse. Nun hat eine bahnbrechende sechswöchige Expedition unter der Leitung des britischen Centre for Environment, Fisheries and Aquaculture Science (CEFAS) eine atemberaubende Vielfalt bisher unbekannter Ökosysteme, geologischer Formationen und Meereslebewesen enthüllt. Forscher an Bord der RSS James Cook arbeiteten in Tiefen von bis zu 6.000 Metern (19.700 Fuß) und dokumentierten eine Unterwasserbergkette, ein riesiges „Blaues Loch“ und bemerkenswert widerstandsfähige Korallenriffe.

Der erste Blick in eine verborgene Welt

Die Expedition navigierte mit veralteten, fehlerbehafteten Karten, was die Wissenschaftler dazu zwang, sich auf jahrzehntealte Karten zu verlassen. Trotz dieser Herausforderungen kartierte das Team fast 25.000 Quadratkilometer Meeresboden und machte über 20.000 Fotos. Zu den Entdeckungen gehörten biolumineszierende Lebewesen wie Pelikanaale mit blinkenden rosa Schwänzen, Fassaugenfische mit nach oben gerichteten Röhrenaugen und Drachenfische mit leuchtenden Ködern.

Ein besonders erstaunlicher Fund war eine Art schwimmende Seegurke, die das Team noch nicht klassifiziert hat. „Erst gestern haben wir eine Art schwimmende Seegurke gefunden, und wir wissen immer noch nicht, was es ist“, sagte Prof. James Bell, der Expeditionsleiter. Die Region ist die Heimat von 146 Arten, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind, und es wird erwartet, dass die Zahl im Laufe der Forschung noch zunehmen wird.

Geologische Wunder und unberührte Riffe

Das Team identifizierte einen bisher unbekannten Unterwasserberg namens Pickle Bank, der sich aus einer Tiefe von 2.500 Metern (8.200 Fuß) bis auf nur 20 Meter (65 Fuß) unter der Oberfläche erhebt. Der Berg ist voller Leben, darunter goldene Korallentürme und gehirnähnliche Korallenstrukturen.

Auf den Turks- und Caicosinseln entdeckten Forscher einen 3.200 Meter (10.500 Fuß) hohen Bergrücken, der sich 70 Kilometer (45 Meilen) entlang des Meeresbodens erstreckt. In der Nähe wurde ein riesiges vertikales Erdloch – ein blaues Loch – gefunden, möglicherweise das tiefste in der Karibik. Im Gegensatz zu typischen blauen Löchern beherbergt dieses Loch Leben, darunter Schwämme, Seeigel und verschiedene Fischarten.

Am bedeutsamsten ist vielleicht, dass die Expedition ein gesundes, blühendes Korallenriff entdeckte, das frei von der Steinkorallenkrankheit ist, die weite Teile der Karibik heimsucht. Seine Tiefe und die steilen Hänge des Berges schützen ihn wahrscheinlich vor den steigenden Meerestemperaturen, die seit 2023 80 % der Korallenriffe der Welt geschädigt haben.

Warum das wichtig ist

Die Unterwasserökosysteme der Karibik sind nicht nur wissenschaftlich wertvoll, sondern auch für die Wirtschaft und Kultur der Region von entscheidender Bedeutung. Das Vereinigte Königreich trägt die Verantwortung für den Schutz dieser Gebiete, in denen bis zu 90 % der einzigartigen Arten Großbritanniens leben. Die neu entdeckten Gebiete könnten wichtige Nahrungsgründe für Meerestiere und nachhaltige Fangmöglichkeiten für Inselgemeinden bieten.

Wie Prof. Bell feststellt: „Wir kennen die Oberfläche des Mars oder des Mondes besser als die Oberfläche unseres eigenen Planeten.“ Die Kartierung dieser Gebiete ist für wirksame Schutzbemühungen von entscheidender Bedeutung. Die Inselregierungen nutzen die Erkenntnisse der Expedition, um Pläne für das Biodiversitätsmanagement zu verfeinern und sicherzustellen, dass diese unberührten Umwelten geschützt bleiben.

Die Forschung unterstreicht eine grundlegende Wahrheit: Solange wir nicht verstehen, was sich unter den Wellen verbirgt, können wir es nicht wirksam schützen. Der Wettlauf, diese „relativ unberührten“ Umwelten vor Klimawandel und Umweltverschmutzung zu schützen, ist heute dringender denn je.

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