Dem Met Office zufolge steht das Vereinigte Königreich im Jahr 2025 vor dem wärmsten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperaturen werden voraussichtlich den bisherigen Höchstwert von 2022 übertreffen. Dieser Meilenstein unterstreicht einen klaren und sich beschleunigenden Trend: Der Klimawandel ist keine ferne Bedrohung mehr, sondern eine gegenwärtige Realität, die die Umwelt im Vereinigten Königreich verändert.
Steigende Temperaturen und sich verschiebende Normalwerte
Die Daten deuten darauf hin, dass die durchschnittliche Lufttemperatur im Vereinigten Königreich im Jahr 2025 voraussichtlich etwa 10,05 °C erreichen wird, was leicht über den im Jahr 2022 gemessenen 10,03 °C liegt. Dies ist kein Einzelfall; Die zehn wärmsten Jahre im Vereinigten Königreich ereigneten sich alle innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte, was einen dramatischen Wandel in den Klimamustern verdeutlicht.
Laut Professorin Rachel Kyte, einer führenden Klimaberaterin der Regierung: „Dies ist unsere Zukunft, eingekapselt in Daten.“ Die Frage ist nun nicht, ob die Erwärmung anhalten wird, sondern vielmehr, wie effektiv sich Großbritannien an diese unvermeidlichen Veränderungen anpassen wird.
Dürren, Waldbrände und extremes Wetter
Die wärmeren Bedingungen im Jahr 2025 gingen mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen einher, was zu einer gefährlichen Kombination aus Hitze und Trockenheit führte. Dies hat in ganz England und Wales zu schweren Dürren geführt, und auch Teile Ostschottlands leiden unter erheblicher Wasserknappheit.
Die anhaltenden Trockenperioden haben in Kombination mit hohen Temperaturen auch zu einer rekordverdächtigen Waldbrandsaison geführt. Im Jahr 2025 sind über 47.100 Hektar abgebrannt – und damit den bisherigen Höchstwert von 2019 deutlich übertroffen. Feuerwehrleute melden ein beispielloses Maß an Aktivität, was darauf hindeutet, dass extreme Wetterereignisse immer häufiger und schwerwiegender werden.
Langfristige Auswirkungen und Anpassungsherausforderungen
Wissenschaftler betonen, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die treibende Kraft hinter diesem Erwärmungstrend ist. Professorin Amy Doherty vom Met Office stellt fest, dass „was vor 10 Jahren normal war … in Zukunft [relativ] cool werden wird.“ Das bedeutet, dass sich Großbritannien auf eine neue Normalität mit höheren Temperaturen, häufigeren Dürren und heftigeren Waldbränden vorbereiten muss.
Hydrologen wie Jess Neumann betonen die Schwierigkeit, sich an diese Volatilität anzupassen: „Es gibt ein riesiges Defizit, das ausgeglichen werden muss … die Auswirkungen sind enorm, nicht nur für die Landwirte, sondern auch für unsere Flüsse, Grundwasserleiter und unser Trinkwasser.“ Wer jetzt nicht in Anpassungsmaßnahmen investiert, wird später deutlich höhere Kosten verursachen.
Globaler Kontext und Zukunftsaussichten
Der Erwärmungstrend im Vereinigten Königreich ist Teil eines umfassenderen globalen Musters. Laut dem europäischen Klimadienst Copernicus ist die Welt auf dem besten Weg, das zweit- oder drittwärmste Jahr aller Zeiten zu erleben. Die internationalen Bemühungen zur Eindämmung der Emissionen scheitern jedoch, da einige große Hersteller fossiler Brennstoffe von ihren Netto-Null-Verpflichtungen zurückweichen.
Die Zukunft ist klar: Solange die Treibhausgasemissionen hoch bleiben, wird es in Großbritannien weiterhin zu mehr extremen Wetterereignissen kommen, darunter mehr Waldbrände, Dürren und Hitzewellen. Darüber hinaus wird damit gerechnet, dass die Winter feuchter werden und es stärker regnet, was die Gefahr von Überschwemmungen erhöht. Die Herausforderung besteht jetzt nicht nur darin, das Problem anzuerkennen, sondern entschlossen zu handeln, um seine Auswirkungen abzumildern und Widerstandsfähigkeit aufzubauen.
Die Daten sind unbestreitbar: In Großbritannien heizt es sich auf, und die Folgen sind bereits spürbar. Die Zeit der Debatte ist vorbei; Die Zeit zum Handeln ist jetzt.