Antikes „lächelndes“ Fossil an der Küste von Northumberland gefunden

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Die 64-jährige Fossilienjägerin Christine Clark entdeckte während eines Weihnachtsspaziergangs auf Holy Island in Northumberland ein bemerkenswert gut erhaltenes Fossil, das einem lächelnden Mund ähnelt. Der ungewöhnliche Fund, der vom British Geological Survey (BGS) als Teil eines alten Meerestiers identifiziert wurde, hat aufgrund seines einzigartigen Aussehens und des historischen Kontexts des Fossiliensammelns in der Region Aufmerksamkeit erregt.

Die Entdeckung und erste Reaktion

Clark, die mit ihrem Mann Gerard regelmäßig auf Holy Island nach Fossilien sucht, verwechselte das kieselsteinartige Objekt zunächst mit „jemandes falschen Zähnen“. Als sie ein Foto in einer Fossilienidentifizierungsgruppe auf Facebook postete, erhielt sie die Bestätigung, dass es sich tatsächlich um ein versteinertes Fragment eines Seelilie handelte – eines alten Meerestiers, das mit Seeigeln und Seegurken verwandt ist. Die Entdeckung unterstreicht die Zugänglichkeit paläontologischer Funde für Amateurbegeisterte.

Die Geschichte von „Cuddy’s Beads“

Die Gegend um Holy Island ist bekannt für ihre „Cuddy’s Beads“, versteinerte Segmente von Seelilienstängeln. Der Name geht auf St. Cuthbert zurück, einen Mönch aus dem 7. Jahrhundert, der auf der Insel begraben wurde. Die lokale Folklore führt die Fossilien auf seinen spirituellen Einfluss zurück. Im 13. Jahrhundert glaubten die Menschen, dass das Sammeln dieser „Perlen“ ihre Spiritualität stärkte, und diese Tradition besteht seit Jahrhunderten fort.

Wissenschaftliche Identifizierung und geologischer Kontext

Das BGS bestätigte, dass es sich bei dem „lächelnden“ Fossil um einen Teil eines Seelilienstamms handelt, der als Säulenstern bekannt ist. Diese Tiere tauchten erstmals vor über 500 Millionen Jahren auf und gehören damit zu den ältesten komplexen Lebensformen auf der Erde. Das Exemplar stammt wahrscheinlich aus der Alston-Formation, einem dunklen Kalkstein, der etwa 350 Millionen Jahre alt ist.

Warum Seelilien wichtig sind

Seelilien sind Stachelhäuter, das heißt, sie haben gemeinsame Vorfahren mit Seeigeln und Seesternen. Ihre versteinerten Überreste sind aufgrund der geologischen Geschichte der Region entlang der Küste von Northumberland häufig. Während vollständige Fossilien von Seelilien selten sind, werden einzelne Stammsegmente – die Cuddy’s Beads – häufig gefunden. Diese Fossilien heben sich aufgrund ihrer besonderen Farbe und Zusammensetzung vom umgebenden Gestein ab.

So identifizieren Sie Fossilien

Das BGS und das Naturhistorische Museum bieten Identifizierungsdienste für diejenigen an, die potenzielle Fossilien finden. Zu den Schlüsselindikatoren gehören Unterschiede in Farbe und Zusammensetzung sowie das Vorhandensein klar definierter Linien im versteinerten Material.

Die Entdeckung erinnert daran, dass selbst gelegentliche Strandbesuche bedeutende paläontologische Funde hervorbringen können, die Einzelpersonen mit tiefer geologischer Geschichte verbinden. Die Mischung aus wissenschaftlicher Identifizierung, lokaler Folklore und zugänglicher Fossiliensuche schafft eine einzigartige kulturelle und wissenschaftliche Landschaft entlang der Küste von Northumberland.