Der Strangford Yacht Club, ein Zentrum für Rennboote und Kreuzfahrtschiffe in Whiterock Bay, durchläuft einen einzigartigen Wandel. Anstatt nur als Anlegestelle für Schiffe zu dienen, wird der Uferdamm des Clubs durch die Installation von „Vertipools“ – künstlichen Felsenbecken, die die lokale Meeresbiodiversität stärken sollen – in ein lebendiges Ökosystem umgewandelt.
Greening the Grey: Ein neuer Ansatz für die Infrastruktur
Dieses Projekt ist ein zentraler Bestandteil der Initiative „Greening the Grey“, einer Naturschutzstrategie, die darauf abzielt, die Artenvielfalt durch die Anpassung künstlicher Strukturen zu verbessern. In vielen Küstengebieten wirken Betonverteidigungsanlagen als biologische Wüsten und bieten kaum oder gar keinen Lebensraum für Meereslebewesen.
Der Mourne Gullion Strangford Geopark möchte diese Lücke schließen, indem er zehn wabenartige Betonbecken entlang der Ufermauer installiert. Diese Vertipools werden direkt an die bestehende Wand geschraubt und ahmen die natürlichen Spalten in felsigen Küsten nach.
Warum Vertipools wichtig sind
Da der Klimawandel die Meerestemperaturen weiter in die Höhe treibt, sind viele Gezeitenarten zunehmendem Stress ausgesetzt. Vertipools bieten einen entscheidenden Zufluchtsort, indem sie:
– Bereitstellung stabiler Mikrolebensräume: Die Becken enthalten geringe Wassermengen und bieten bei Ebbe einen Zufluchtsort für Arten.
– Erhöhung des Artenreichtums: Das Ziel besteht darin, eine Vielzahl von Lebewesen anzulocken, darunter Krabben, Seesterne, Meeresschnecken und verschiedene Algenarten.
– Überwachung der Gesundheit des Ökosystems: Über die Schaffung von Lebensräumen hinaus ermöglicht das Projekt Forschern, das Vorhandensein invasiver Arten zu überwachen und die Ergebnisse an Regierungsbehörden zu melden.
„Es ist wirklich gut für die Artenvielfalt und den Artenreichtum“, sagt Anna Murtagh, Meeresschutzgebietsbeauftragte des Geoparks. „Wir hoffen, eine Reihe verschiedener Meereslebewesen zu sehen … aber wir hoffen auch, Dinge zu sehen, die wir nicht erwarten.“
Ein wissenschaftlicher Pilot in einer geschützten Landschaft
Die Installation ist ein bedeutender Meilenstein für die Region. Strangford Lough verfügt über Schutzgebiete und das Projekt wurde einer strengen Meeresgenehmigung unterzogen, um sicherzustellen, dass es den Naturschutzstandards entspricht. Da der Mourne Gullion Strangford Geopark im Jahr 2022 den Status eines globalen Geoparks der UNESCO erhalten hat, sind solche Initiativen für die Wahrung der geologischen und biologischen Integrität des Gebiets von entscheidender Bedeutung.
Während es ein Jahr dauern kann, bis sich die volle Wirkung des Projekts zeigt, gehen Experten davon aus, dass sie relativ schnell erste Lebenszeichen wie Algen und Seepocken sehen werden.
Bildung und Auswirkungen auf die Gemeinschaft
Das Projekt bietet auch ein praktisches „lebendes Klassenzimmer“ für die lokale Gemeinschaft. Für die jüngeren Mitglieder des Yachtclubs bieten die Vertipools eine praktische Möglichkeit, Meeresökosysteme zu erkunden.
Heather Gilmore, Trainingskapitänin des Clubs und ehemalige Biologielehrerin, betont, dass die sauberen Gewässer des Strangford Lough eine fantastische Grundlage zum Lernen bieten. Sie geht davon aus, dass diese Becken den Kindern eine direkte Auseinandersetzung mit dem Ufer ermöglichen und so eine tiefere Verbindung zur Küstenumgebung fördern werden.
Schlussfolgerung
Durch die Umwandlung funktionierender Meeresschutzanlagen in produktive Lebensräume testet der Strangford Yacht Club ein skalierbares Modell für den Küstenschutz. Im Erfolgsfall könnten diese künstlichen Felsenbecken beweisen, dass von Menschenhand geschaffene Infrastruktur mit blühendem Meeresleben koexistieren und dieses sogar unterstützen kann.