Diese Woche scheint der Vollmond. Nennen wir es einen blauen Mond.
Nicht, weil der Felsen darüber Cyan, ein tiefes Ozeanblau oder auch nur ein schwaches Lavendelblau annimmt. Der Begriff hat nichts mit Pigment zu tun. Es handelt sich um ein Kalenderproblem. Eine chaotische menschliche Erfindung, die versucht, kreisförmige Umlaufbahnen in gerade Gitter zu zwingen. 🌑
Hier ist das Problem.
Der Mond braucht 29,5 Tage, um unseren Planeten zu umrunden. Eine einfache Rechnung zeigt uns, dass uns bei zwölf dieser Zyklen im Jahr elf Tage fehlen. Wenn wir die Jahreszeiten ehrlich halten würden, indem wir streng nach Mondphasen zählen, würde der Winter im dritten Jahrhundert in den Sommer übergehen. Chaos. Oder einfach nur sehr verwirrende Weihnachtseinkäufe.
Also haben wir das Jahr stattdessen an den Sternen verankert. Lass die Sonne das Jahr bestimmen, lass den Mond es verfolgen. Manchmal gewinnt der Mond einen Sprint. Ein Jahr hat dreizehn statt zwölf Vollmonde. Der dreizehnte? Das ist der Ausreißer. Der Fehler. Wir nennen es einen blauen Mond.
Technisch gesehen bedeutet dies, dass der zweite Vollmond in einem einzigen Kalendermonat landet. Der 1. Mai war Vollmond. Schneller Vorlauf zum 31. Mai. Der zweite. Boom. Blau.
Oder auch nicht.
Astronomen verdrehen angesichts der Kalenderregel die Augen. Sie bevorzugen die saisonale Methode, die strenger ist. Weniger praktisch, aber älter. Nach diesen Regeln ist der Mond dieser Woche nicht blau. Den echten, traditionellen blauen Mond werden Sie erst am 20. Mai 2027 sehen.
Wer behält die Partitur?
Das tun wir. Das bedeutet, dass der Himmel uns nichts schuldet. Die Sterne drehen sich weiter, egal wie wir sie nennen. Oder wann.
Ein Kalender ist nur eine vorübergehende Lüge, an die wir uns alle einig sind. 📅
Schauen Sie nach, wenn Sie möchten. Der Mond sieht genauso aus wie gestern. Nur etwas bekannter dafür, dass er zu spät kommt.

























