Hundertjährige leben mit anderem Blut

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Ihr Blut weiß mehr über Ihr Alter als Ihre Geburtstagskarte.

Einer neuen Studie zufolge haben Menschen, die es über 100 schaffen, einen spezifischen metabolischen „Fingerabdruck“ in ihrem Blutkreislauf. Es unterscheidet sich davon, wie der Rest von uns altert. Normalerweise gehen wir davon aus, dass Grünkohl und lange Spaziergänge die Langlebigkeit fördern. Vielleicht soziale Kreise. Das ist sicher wichtig. Aber die Biologie verbirgt Tricks, die wir nicht sehen.

Forscher der Boston University haben über die Lifestyle-Checkliste hinausgeschaut. Sie fanden heraus, dass extreme Langlebigkeit einem einzigartigen biologischen Weg folgt. Es ist fast eine eigene Art des Alterns.

Die Chemie, der Zeit zu trotzen

Schauen Sie sich das Blut eines Hundertjährigen an.

Es enthält ungewöhnlich hohe Mengen an primären und sekundären Gallensäuren. Es bewahrt auch die Spiegel mehrerer Steroide, die normalerweise nachlassen. Bei typischen älteren Patienten sieht man diese Mischung selten. Diese Marker sind mit einem geringeren Sterberisiko verbunden. Sie deuten auf einen Körper hin, der dem Verfall jahrzehntelang länger als der Durchschnitt widersteht.

„Wenn wir diese Fingerabdrücke verstehen können, können wir Wege finden, die Menschen vor dem Niedergang bewahren.“

Das ist Stefano Monti. Er ist der korrespondierende Autor der Studie. Er arbeitet dort an der Chobanian & Avedisian School. Die chemische Signatur ist echt. Messbar. Es ist nicht nur Theorie.

Die Daten durchforsten

Das Team hat nicht nur geraten. Sie testeten 213 Personen.

Siebzig von ihnen waren Hundertjährige. Dann ihre Kinder. Und eine dem Alter entsprechende Kontrollgruppe. Alles Teil der New England Centenalyzer-Studie. Unter der Leitung von Thomas Perls. Einer der größten in Nordamerika für die Untersuchung langlebiger Menschen.

Sie führten einen ungezielten Metabolomics-Test durch.

Etwa 1.490 kleine Moleküle im Serum gemessen. Das sind viele Moleküle, die es zu sortieren gilt. Sie verglichen die Hundertjährigen mit den Nachkommen und den Kontrollen. Sie verfolgten, welche Chemikalien sich mit der Zeit veränderten. Sie verglichen ihre Ergebnisse sogar mit vier anderen Studien, um sicherzustellen, dass die Signale konsistent waren. Kein Flaum.

Dann bauten sie ein Modell. Nennen wir es eine Stoffwechseluhr. Es schätzt das biologische Alter anhand dieser kleinen Moleküle. Hat es ihnen geholfen, länger zu überleben, weil sie biologisch jünger waren? Das Model versuchte es zu sagen.

Ziele für die Zukunft?

Warum ist das wichtig?

Also. Es gibt uns Ziele. Diese Stoffwechselwege – Gallensäuren, Nebenprodukte von Darmbakterien, Marker für oxidativen Stress – könnten Biomarker sein. Oder sogar Therapiepunkte. Stellen Sie sich einen Test vor, der Ihnen sagt, wie alt Ihre Chemie wirklich ist. Nicht nur, wie alt man sich fühlt.

Aber warte.

Es ist noch kein Heilmittel. Die Studie ist querschnittlich. Es fängt einen Moment ein, nicht eine Ursache. Wir können nicht sagen, ob diese Chemikalien dazu führen, dass Sie länger leben, oder ob sie nur deshalb da sind, weil Sie lange leben. Kausalität ist schwer zu fassen.

Monti weiß das.

Er sagt, sie brauchen eine Bestätigung. In größeren, vielfältigen Gruppen. Das Ziel bleibt jedoch praktisch. Sichere Eingriffe. Möglichkeiten, Menschen länger aktiv und gesund zu halten. Wir schauen uns jetzt den Bauplan an. Wir haben das Haus nicht gebaut.

Werden wir alle anfangen, zum Frühstück Gallensäuren zu trinken?

Wahrscheinlich nicht. Noch. Die Daten fließen gerade erst ein. Es gibt noch Lücken. Echte Lücken. In dem, was wir darüber verstehen, wie die Zeit uns untergräbt.

Und wie einige von uns vielleicht einfach so gebaut sind, dass sie der Abnutzung standhalten.

Wer weiß?