Wie sich alte Sandstürme auf dem Mars zu Gestein verfestigten: Ein Blick vom Jawbone Canyon

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Der Staub legt sich. Oder besser gesagt: Früher war es so.

Auf der Marsoberfläche würde man heute karges rotes Ödland erwarten. Und Sie haben größtenteils Recht. Aber vor Milliarden von Jahren war der Rote Planet ein ganz anderes Tier. Es hatte eine Atmosphäre. Es hatte Wetter. Und manchmal gab es Sandstürme, die so heftig waren, dass sie die Geologie dauerhaft veränderten.

Das ist das Ergebnis einer neuen Analyse von Bildern, die vom NASA-Rover Curiosity aufgenommen wurden. Genauer gesagt, ein Ort, den das Team scherzhaft (oder vielleicht grimmig) „Jawbone Canyon“ nannte.

Was auf den Schnappschüssen von Curiosity wie einfache Felsvorsprünge aussieht, könnte in Wirklichkeit die versteinerten Überreste eines katastrophalen Windereignisses sein. Experten gehen davon aus, dass uralte Sandstürme mit ausreichender Kraft über diese Landschaft geweht haben, um die Körner in kräuselnde Wellen zu treiben. Diese Wellen bewegten sich nicht nur mit der Brise; sie litten. Sie verhärteten sich zu festem Gestein und behielten die Form des Sturms über Millionen von Jahren bei.

Schauen Sie sich das Bild vom Jawbone Canyon genau an. Schauen Sie wirklich.

Sehen Sie diese subtilen Wellen auf den Felsoberflächen? Das ist der Beweis. Es ist nicht nur Erosion. Es ist eine in Stein gemeißelte Momentaufnahme der Windgeschwindigkeit und -richtung. Die Winde waren so extrem, dass sie den Sand formten, bevor er sich absetzte und verschmolz.

Dies wurde letzte Woche nicht entdeckt. Curiosity hat diese Bilder im Jahr 2024 aufgenommen. Aber die Interpretation ist frisch. Eine neue Studie, die dieses Jahr in der Zeitschrift Geology veröffentlicht wurde, befasst sich eingehend mit den Mechanismen der Entstehung dieser alten Dünen. Dabei schauen sich die Forscher nicht nur schöne Bilder an. Sie rekonstruieren das Klima eines verlorenen Mars.

Warum ist das wichtig? Warum schauen wir immer wieder auf diesen trockenen Stein?

Denn diese Entdeckung ist Teil einer Reise über ein halbes Jahrhundert.

Merken Sie sich das Datum: 20. Juli 1965, Mariner 4 fliegt vorbei. Aber der 20. Juli 1976 ist der eigentliche Meilenstein. Zu diesem Zeitpunkt landete der NASA-Lander Viking 1. Vor Viking 1 hatten wir den sowjetischen Mars 3, der 1971 landete, aber nach nur wenigen Sekunden den Kontakt verlor. Viking 1 überlebte. Es sendete die ersten Bilder der Marsoberfläche zurück. Es untersuchte den Boden. Es löste die brennende Frage aus: Hat diese Welt jemals Leben ermöglicht?

Viking 1 hat bewiesen, dass wir landen können. Wir könnten bleiben. Wir könnten auf den Planeten hören.

Ohne diesen Erfolg von 1976 wäre Curiosity nicht hier. Ohne Neugier hätten wir keine Ausdauer. Diese Rover sind nicht nur rollende Steine. Sie sind die direkten Nachkommen des Erbes der Wikinger.

Die Untersuchung der Sandstürme im Jawbone Canyon fügt diesem Erbe eine weitere Ebene hinzu. Dies deutet darauf hin, dass der Wind auf dem alten Mars nicht nur ein Ärgernis war. Es war ein geologischer Architekt.

Wir halten den Mars oft für tot. Statisch. Der Staubsturm von 2018 hat uns daran erinnert, dass die Atmosphäre auch jetzt noch volatil sein kann. Aber diese Wellen im Fels? Sie gehören zu einer feuchteren, windigeren Welt. Eines, das Seen hatte. Flüsse. Vielleicht sogar das Leben.

Die Neugier ist immer noch in Bewegung. Ich suche immer noch. Die Daten dieser Aufnahmen aus dem Jahr 2024 helfen uns bereits dabei, die Klimageschichte des Roten Planeten neu zu schreiben.

Es ist demütigend, nicht wahr? Dass die Stürme, die wir uns kaum vorstellen können, den Boden geformt haben, auf dem wir heute stehen.

Der Rover setzt seinen Aufstieg zum Mount Sharp fort. Der Sand bewegt sich weiter, auch wenn wir ihn nicht immer sehen können. Und irgendwo im Staub warten diese uralten Wellen darauf, dass wir sie richtig deuten.