Antonio Salieri: Der wahre Komponist hinter dem Mozart-Vergiftungsmythos

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Antonio Salieri, geboren 1750 in Legnago, Republik Venedig, war der echte Komponist, dessen angebliche Rivalität mit Mozart jahrhundertelange Legenden hervorbrachte. Während die Popkultur ihn als eifersüchtigen Bösewicht darstellt, zeigen historische Aufzeichnungen eine angesehene Figur, die jahrzehntelang die europäische Oper dominierte. Er starb 1825 in Wien und hinterließ eine Karriere, die viele seiner Zeitgenossen in den Schatten stellte.

Wie wurde Salieri Hofkomponist in Wien?

Salieri zog im Alter von 16 Jahren nach Wien, mitgebracht vom kaiserlichen Hofkomponisten F.L. Gassmann. Dort wurde er Kaiser Joseph II. vorgestellt und baute wichtige Beziehungen zu Pietro Metastasio und Christoph Gluck auf. Seine erste Oper „Le donne Letterate“ wurde 1770 am Burgtheater uraufgeführt. Vier Jahre später ernannte ihn der Kaiser zum Hofkomponisten. 1788 wurde Salieri Hofkapellmeister, eine Position, die er 36 Jahre lang innehatte.

Während dieser Amtszeit schrieb er Opern für Theater in ganz Österreich, Frankreich und Italien. Ab 1783 arbeitete er häufig mit Lorenzo Da Ponte zusammen, demselben Librettisten, der auch mit Mozart zusammengearbeitet hatte. Salieris berühmtestes Werk, die französische Oper Tarare (1787), wurde als Axur, re d’Ormus ins Italienische übersetzt. Tatsächlich bevorzugte das Wiener Publikum dieses Stück gegenüber Mozarts Don Giovanni.

Warum ist die „Vergiftungsgeschichte“ über Mozart und Salieri eine Lüge?

Es gibt keine Beweise dafür, dass Salieri versucht hat, Mozart zu vergiften. Diese dramatische Erzählung geht auf Alexander Puschkins Kurzgeschichte aus dem Jahr 1830 zurück, die später Nikolai Rimski-Korsakow zu seiner Oper „Mozart et Salieri“ aus dem Jahr 1898 inspirierte. Peter Shaffers Theaterstück Amadeus aus dem Jahr 1980 (gefilmt 1984) zementierte diese falsche Rivalität in der öffentlichen Vorstellung noch weiter.

Historische Fakten widersprechen der Legende. Mozart und Salieri waren keine erbitterten Feinde. In einem Brief bemerkte Mozart, dass Salieri eine positive Rezension von „Die Zauberflöte“ abgegeben habe. Salieri pflegte auch freundschaftliche Beziehungen zu Joseph Haydn und Beethoven. Er unterrichtete sogar Beethoven im Kontrapunkt, der ihm die Drei Violinsonaten op. 12 (1797), an ihn.

Wo erstreckte sich Salieris Vermächtnis über die Oper hinaus?

Salieris letzte Oper wurde 1804 aufgeführt. Danach konzentrierte er sich auf geistliche Musik und Unterricht. Zu seinen Schülern zählen bedeutende Persönlichkeiten wie Franz Schubert und Franz Liszt. Er war nicht nur ein Rivale Mozarts; Er war eine grundlegende Figur der Wiener Musikausbildung und -produktion.

Der echte Salieri war ein erfolgreicher, gut vernetzter und einflussreicher Komponist. Die „Amadeus“-Version ist Fiktion. Der Mann, der die europäische Bühne tatsächlich prägte, war weitaus komplexer als der wütende Antagonist in der populären Erinnerung.